EPROM-Modifikation für den ,Kobold" (70cm - Version)

DH1AAD ,Ingo Gerlach , 04.01.1998, e-Mail : Ingo Gerlach

 

Info

Als vor ein paar Jahren in der CQ-DL mal wieder ein ,,Kobold" von OM Helpert auftauchte, gefiel mir dieses Konzept so gut, so dass ich es auch irgendwann einmal nachbaute. Seit 1994 arbeitete ich dann mit dieser Station auf 70cm in Packet (1K2). Da aber immer mehr Digi's auf die neue Shift von -9,4 MHz umstellen , hat man mit dem Synthesizer ein Problem, da es nicht möglich ist mal eben die feste Shift von -7,6 MHz zu ändern. Dieser Beitrag möchte nun zeigen, dass es recht einfach ist, die nötigen Änderungen vorzunehmen, um auch wieder seinen ,,Haus-Digi" zu erreichen. Es wird lediglich ein Programmierger&aouml;t benötigt, um das Eprom auszulesen und ein neues zu beschreiben. Es gibt bestimmt in jedem OV einen OM, der so ein Gerät noch irgendwo herumstehen hat.

1.0 Wie wird's gemacht ?

Um in Packet wieder mit dem Kobold QRV zu werden, sind folgende Schritte notwendig:

Ist erst einmal Punkt 1 geschafft , jemanden zu finden, der einem das Eprom ausliest, sind wir schon ein gutes Stück weiter.

1.1 Adressierung

Um jetzt herauszufinden, bei welchen Adressen im Eprom überhaupt etwas geändert werden muss, hilft uns eine Tabelle (Tab. 1) weiter . Wir können nun hier unsere gewünschte Frequenz eintragen. Hier im Beispiel ist das die 439,825 ( mein ,,Haus-Digi" DB0ABZ). Wichtig hierbei ist , dass auch die Adressleitung A14 , PTT und A13 Shift gesetzt ist , denn es soll ja die Sendefrequenz geändert werden. Werden jetzt die Spalten zusammengezählt, ergibt das hier in unserem Beispiel den Wert 24881d im Hexadezimal-Code sind das 6131h. Für alle, die nicht mehr ganz genau wissen wie dezimal nach hex umgerechnet wird, hier ein kleines Beispiel:


Dez : 24881 , Hex = ?
24881 / 16 = 1555,0625 ( den Wert vor dem Komma merken, den Rest mit 16 multiplizieren )
                                0,0625 x 16 = 1
1555 / 16 = 97,1875 
                                0,1875 x 16 = 3
  97 / 16 = 6,0625
                                0,0625 x 16 = 1
 Rest 6 

Da der Rest jetzt kleiner als 16 ist brauchen wir nun nichts mehr zu tun. Wir erhalten damit von unten nach oben gezählt 6131h. Für die Programmierung des NJ8820 werden insgesamt 8 Datenwörter benötigt. Ausgehend von unserer Startadresse generiert der Chip über die DataSelect Leitungen DS0-DS2 die nächsten Adressen selbst. Da die DataSelect Leitungen im Kobold mit den Eprom-Adressleitungen A10-A12 verbunden sind, müssen wir nun entsprechend der Wertigkeit ( also z.B. A10 = 1024) zu unserer Startadresse dazu addieren und nach Hex umrechnen. Das hört sich jetzt schlimmer an als es tatsächlich ist, aber, mit Hilfe einer solchen Tabelle sollte es eigentlich recht einfach sein, die benötigten Adressen heraus zu finden.


    Alter Neuer        Steuerl. NJ8820 25KHz                 25KHz    
Adresse (h) Teiler Inhalt Inhalt PTT Shift DS2 DS1 DS0 2   1 MHz     100 KHz    1    
                                         
        A14 A13 A12 A11 A10 A9 A8 A7 A6 A5 A4 A3 A2 A1 A0 Adressleitung Eprom
        16384 8192 4096 2048 1024 512 256 128 64 32 16 8 4 2 1 Wertigkeit  
                                         
6131h M 0 8 1 1 0 0 0 0 1 0 0 1 1 0 0 0 1 439,825 , PTT+Shift norm
6531h M 12 11 1 1 0 0 1 0 1 0 0 1 1 0 0 0 1 Die nächsten 7 Adressen
6931h M 6 6 1 1 0 1 0 0 1 0 0 1 1 0 0 0 1 werden vom NJ8820
6D31h A 2 2 1 1 0 1 1 0 1 0 0 1 1 0 0 0 1 generiert (DS0-DS2)
7131h A 1 2 1 1 1 0 0 0 1 0 0 1 1 0 0 0 1  
7531h R 0 0 1 1 1 0 1 0 1 0 0 1 1 0 0 0 1  
7931h R 0 0 1 1 1 1 0 0 1 0 0 1 1 0 0 0 1  
7D31h R 1 1 1 1 1 1 1 0 1 0 0 1 1 0 0 0 1  
                                         

1.2 Programmierung der Teiler

Um zu überprüfen, ob unsere errechneten Adressen auch stimmen, benötigen wir für den nächsten Schritt einen HEX-Editor. Jeder DOS-PC hat so etwas in Form von DEBUG.COM von Haus aus dabei. Um nun die Speicherzellen auszulesen, ruft man DEBUG mit dem Dateinamen auf z.B. DEBUG KOBOLD.ROM
Aber Achtung, leider arbeitet Debug.com immer mit einem Offset von 100h. Wir müssen also bei Verwendung von DEBUG zu unserer Adresse immer noch 100h dazu addieren. Um sich also die erste Adresse 6131h anzeigen zu lassen, müssen wir am DEBUG Prompt (-) d6231 eingeben.
DEBUG KOBOLD.ROM
Hier steht das Byte 6131h:  -d6231
231C:6230 00 00 00 FF FF FF FF-FF FF FF FF FF FF FF FF
231C:6240 FF FF FF FF FF FF FF FF-FF FF FF FF FF FF FF 

Hier steht das Byte 6531h ( 0Ch = 12d !) 
231C:6630 0C 0C 0C FF FF FF FF-FF FF FF FF FF FF FF FF
231C:6640 FF FF FF FF FF FF FF FF-FF FF FF FF FF FF FF 
231C:6650 FF FF FF FF FF FF FF FF-FF FF FF FF FF FF FF 

Man sollte jetzt einmal alle Werte in seine Tabelle eintragen (sh. Spalte Inhalt in Tabelle 1). Der im Kobold NJ8820 benötigt für seine drei Teiler insgesamt acht Datenworte zu jeweils 4-Bit die lt. folgender Tabelle aufgeteilt sind.

                 
Word DS2 DS1 DS0 D3 D2 D1 D0  
1 0 0 0 M1 M0 - -  
2 0 0 1 M5 M4 M3 M2  
3 0 1 0 M9 M8 M7 M6  
4 0 1 1 A3 A2 A1 A0  
5 1 0 0 - A6 A5 A4  
6 1 0 1 R3 R2 R1 R0  
7 1 1 0 R7 R6 R5 R4  
8 1 1 1 - R10 R9 R8  
                   
Tabelle 2                

Tragen wir jetzt die Werte in die entsprechenden Teilertabellen
M-Teiler     M9 M8 M7 M6 M5 M4 M3 M2 M1 M0  
      9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Bit 
      512 256 128 64 32 16 8 4 2 1  
                           
      0 1 1 0 1 1 0 0 0 0 = 432
                           
                          Neuer Wert
      0 1 1 0 1 0 1 1 1 0 = 430 
                           
                           

 

  A-Teiler A6 A5 A4 A3 A2 A1 A0  
      6 5 4 3 2 1 0 Bit 
      64 32 16 8 4 2 1  
                     
      0 0 1 0 0 1 0 = 18
                     
                    Neuer Wert 
      0 0 1 0 0 1 0 = 34
                     
                     
                     

 

R-Teiler   R10 R9 R8 R7 R6 R5 R4 R3 R2 R1 R0  
    10 9 8 7 6 5 4 3 2 1 0 Bit 
    1024 512 256 128 64 32 16 8 4 2 1  
                           
    0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 = 256
                           
                           
                           
                           
                           

 

 

Die Frequenz kann nach folgender Beziehung errechnet werden :

              fRef
f vco = --------- x ((M x N) + A)
             2 x R 

wobei in dieser Schaltung

fRef = 6,4MHz (Quarz-Oszillator) N = 80 M = 432 A = 18 R = 256

Tragen wir die ermittelten Werte ein so erhalten wir

              6,4 x 10e6 Hz 
f vco = ------------------ x ((432 x 80) + 18) = 432,225 MHz
                2 x 256

Dies ist also genau die Frequenz die sich bei 439,825 - Shift 7,6 MHz ergibt.
Unsere neue Sendefrequenz muss aber sein 439,825 - Shift 9,4 MHz = 430,425 MHz
Da sich die Referenzfrequenz nicht ändert, bleibt auch der R-Teiler.

M wird 430 und A errechnet sich aus

                   fvco x 2 x R
A = ------------------------ - (M x N)
                      fRef 
           430,425x 10e6 Hz x 2 x 256 
A = ------------------------------------ - (430 x 80) 
                    6,4 x 10e6 Hz 
A = 34 

Überträgt man nun die Werte, wird man feststellen, dass sich in diesem Fall nur ganze 3 Bytes geändert haben. (Sh. Spalte neuer Inahlt , Tabelle 1 )
Diese Bytes müssen nun in die Datei z.B. KOBOLD.ROM geschrieben werden.
Auch das kann wieder mit DEBUG gemacht werden. Rufen wir also Debug mit unserer Datei auf DEBUG KOBOLD.ROM
Da sich an Adresse 6131h etwas geändert hat, tragen wir mit dem Befehl E die neuen Werte ein

E6231 8
E6631 0B
E7231 2

gespeichert wird die Datei mit W.

W

Das war es auch schon.
Mit dieser Datei kann nun ein neues Eprom gebrannt werden.

Verwendete Literatur


© Ingo Gerlach, DH1AAD, 15.02.2002
E-Mail bitte an:Ingo Gerlach
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